Gute Arbeit und Handwerk: Frage an Falko Beitz zu Fachkräften
Gute Arbeit und starkes Handwerk: Wie bleiben Fachkräfte in der Region?
Arbeitsplätze allein reichen nicht. Entscheidend sind Ausbildung, gute Arbeitsbedingungen und eine Region, in der Beschäftigte dauerhaft leben möchten.
Arbeitsmarkt und Handwerk gehören zu den aktuell belegten fachpolitischen Zuständigkeiten von Falko Beitz im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Für Wahlkreis 30 ist dieser Schwerpunkt besonders relevant, weil Tourismus, Handwerk, Energie, Pflege, öffentliche Einrichtungen und viele kleinere Betriebe gleichzeitig um qualifizierte Beschäftigte werben.
Mecklenburg-Vorpommern weist dem Handwerk eine große Rolle in der beruflichen Ausbildung zu. Das Wirtschaftsministerium beschreibt es als einen der wichtigsten Ausbilder des Landes. Gleichzeitig macht die demografische Entwicklung Fachkräfte- und Nachwuchssicherung zu einer zentralen Herausforderung.
Für Usedom und das angrenzende Festland stellt sich deshalb die Frage, wie junge Menschen nach Schule und Ausbildung eine Perspektive in der Region erhalten und wie zugleich Fachkräfte von außerhalb gewonnen werden können.
Handwerk hält die Region am Laufen
Handwerksunternehmen sind nicht nur Arbeitgeber. Sie sorgen dafür, dass Häuser gebaut und saniert werden, Heizungen funktionieren, Fahrzeuge repariert, elektrische Anlagen installiert und touristische Betriebe modernisiert werden können.
Besonders im ländlichen Raum sind kleine und mittlere Betriebe wichtige wirtschaftliche Anker. Wenn ein Betrieb keinen Nachfolger findet, kann nicht nur ein Unternehmen verschwinden. Gleichzeitig verliert die Region Ausbildungsplätze, Fachwissen und Dienstleistungen.
Betriebsnachfolge und Ausbildung sollten daher gemeinsam betrachtet werden. Junge Menschen brauchen attraktive Wege in die Selbstständigkeit. Betriebe benötigen Unterstützung dabei, Nachwuchs zu gewinnen und sich technisch weiterzuentwickeln.
Ausbildung als Standortpolitik
Die berufliche Ausbildung entscheidet darüber, ob Unternehmen künftig genügend qualifiziertes Personal finden. Das Land unterstützt unter anderem überbetriebliche Lehrlingsunterweisung und weitere Instrumente beruflicher Bildung. Junge Menschen können dadurch Fähigkeiten erlernen, die ein einzelner Betrieb nicht vollständig vermitteln könnte.
In einem Flächenwahlkreis kommt jedoch ein praktischer Faktor hinzu: Erreichbarkeit. Ein Ausbildungsplatz kann nur dann genutzt werden, wenn Berufsschule und Betrieb erreichbar sind. Lange Fahrtwege oder die Notwendigkeit einer zusätzlichen Unterkunft können eine Hürde darstellen.
Deshalb gehören berufliche Bildung und Verkehrspolitik zusammen. Auch Wohnraum spielt eine Rolle. Wer eine Ausbildung beginnt und aus dem Elternhaus ausziehen möchte, braucht eine bezahlbare Wohnung.
Neue Chancen durch Energie und Transformation
Der Energiestandort Lubmin kann zusätzliche Nachfrage nach technischen Berufen schaffen. Elektroniker, Anlagenmechaniker, Bauunternehmen, IT-Fachkräfte und Ingenieure werden für eine moderne Energieinfrastruktur benötigt.
Für den Wahlkreis wäre es vorteilhaft, wenn möglichst viele dieser Qualifikationen vor Ort aufgebaut werden könnten. Kooperationen zwischen Unternehmen, Berufsschulen und Handwerksorganisationen können dabei helfen.
Transformation sollte deshalb nicht lediglich als technisches Investitionsprogramm verstanden werden. Sie kann zugleich ein regionales Ausbildungs- und Beschäftigungsprojekt sein. Dafür müssen junge Menschen frühzeitig erfahren, welche Berufschancen entstehen.
Was Fachkräfte zum Bleiben brauchen
Ein Arbeitsplatz ist nur ein Teil der Entscheidung, wo Menschen leben. Familien achten auf Kitas und Schulen. Beschäftigte benötigen Wohnungen. Wer im ländlichen Raum lebt, braucht Mobilität und digitale Infrastruktur. Freizeit, Kultur und gesellschaftliches Leben sind ebenfalls Standortfaktoren.
Fachkräftesicherung ist deshalb eine Querschnittsaufgabe. Eine Region kann nicht erfolgreich um Beschäftigte werben, wenn gleichzeitig Wohnraum knapp, Verkehrswege unzuverlässig oder Betreuungsangebote schwer erreichbar sind.
Auch Zugewanderte und Rückkehrer können Teil der Lösung sein. Das Land hat 2026 eine Fachkräftezuwanderungsstrategie vorgelegt. Für regionale Unternehmen ist entscheidend, dass Verfahren verständlich sind und Unterstützung beim Ankommen, bei Anerkennung und Integration verfügbar ist.
Frage an Falko Beitz
Welche konkreten Maßnahmen sind notwendig, damit Unternehmen im Wahlkreis genügend Fachkräfte finden, junge Menschen berufliche Perspektiven vor Ort sehen und gute Arbeit mit Einkommen verbunden ist, von denen man in der Region leben kann?
Gute Arbeit ist mehr als eine Stellenzahl
Bei der Bewertung von Arbeitsmarktpolitik kommt es nicht allein darauf an, wie viele Stellen vorhanden sind. Wichtig sind Einkommen, Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Planungssicherheit.
Gerade im Tourismus stellt sich die Frage, wie saisonale Arbeit stärker in langfristige Beschäftigung überführt werden kann. Eine Saisonverlängerung kann dazu beitragen, Betrieben eine stabilere Personalplanung und Beschäftigten mehr Sicherheit zu ermöglichen.
Im Handwerk stehen dagegen häufig Ausbildung, Unternehmensnachfolge und steigende technische Anforderungen im Mittelpunkt. Für jede Branche braucht es deshalb passende Instrumente statt einer einzigen allgemeinen Lösung.
Eine überzeugende Antwort sollte außerdem erklären, wie Land, Kommunen, Kammern, Unternehmen und Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten können. Der Staat kann Fachkräfte nicht allein bereitstellen. Er kann jedoch Bedingungen schaffen, die Ausbildung, Beschäftigung und Zuwanderung erleichtern.
FAQ zu Arbeit und Handwerk
Ist Handwerk ein Arbeitsfeld von Falko Beitz?
Ja. Der Landtag führt ihn als Sprecher der SPD-Fraktion für Handwerk und Arbeitsmarkt.
Warum ist Ausbildung so wichtig?
Viele Betriebe gewinnen ihren Fachkräftenachwuchs über die eigene Ausbildung. Gleichzeitig eröffnet sie jungen Menschen direkte berufliche Perspektiven in der Heimatregion.
Welche Rolle spielt Lubmin?
Neue Energieinvestitionen können zusätzliche technische Arbeitsplätze und Aufträge schaffen, wenn regionale Qualifikation und Unternehmensbeteiligung mitgedacht werden.
Warum gehört Wohnen zum Fachkräftethema?
Beschäftigte können nur dauerhaft in einer Region arbeiten, wenn sie dort auch angemessenen und bezahlbaren Wohnraum finden.
Quellen
- Landtag Mecklenburg-Vorpommern – Falko Beitz
- Land Mecklenburg-Vorpommern – Ausbildung im Handwerk
- Fachkräftezuwanderungsstrategie Mecklenburg-Vorpommern
Stand: August 2026.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen